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Wie lassen sich kreative Praxis, zirkuläres Wirtschaften und regionale Entwicklung miteinander verbinden? In Lübz entsteht ein Artist-in-Residence-Programm, das genau hier ansetzt: an der Schnittstelle von künstlerischer Arbeit, Forschung und konkreter Zusammenarbeit mit lokalen Akteur*innen.

Die Residency lädt dazu ein, für eine begrenzte Zeit vor Ort zu leben und zu arbeiten, sich in bestehende Strukturen einzubringen und neue Perspektiven auf Prozesse, Routinen und Potenziale zu entwickeln. Im Mittelpunkt steht nicht nur die eigene Praxis, sondern der Austausch mit Unternehmen, Initiativen und der Stadtgesellschaft – und die Frage, wie kreative Ansätze Impulse für zirkuläre Innovation und nachhaltige Transformation im ländlichen Raum geben können.

Als Teil eines Forschungsprojekts versteht sich die Residenz auch als offener Denk- und Arbeitsraum: ein Ort, an dem experimentiert, hinterfragt und gemeinsam weitergedacht wird. Gesucht werden Menschen, die Interesse daran haben, mit ihren Methoden neue Sichtweisen einzubringen und aktiv an der Zukunft eines Ortes mitzuwirken.

Das Programm

Das Artist-in-Residence-Programm CIRCULAR PRACTICE LÜBZ ist Teil der LandZeitStudie und versteht sich als experimentelles Format an der Schnittstelle von Kunst, Forschung und regionaler Entwicklung. Es lädt dazu ein, ländliche Räume nicht nur zu beobachten, sondern aktiv mitzugestalten – durch Zusammenarbeit, Austausch und das Einbringen eigener Perspektiven.

Im Zentrum steht die 6.000 Einwohner*innen Stadt Lübz in Mecklenburg – Vorpommern als konkreter Arbeits- und Lebensort. Hier treffen lokale Unternehmen, zivilgesellschaftliche Initiativen und bestehende Netzwerke auf Kreative mit unterschiedlichen Hintergründen. Gemeinsam entstehen neue Fragestellungen, Denkansätze und mögliche Wege, wie zirkuläres Wirtschaften im Alltag verankert werden kann.

Die Residenz ist dabei bewusst prozessorientiert angelegt: Statt fertiger Ergebnisse steht das gemeinsame Erforschen im Vordergrund. Die Teilnehmenden arbeiten in und mit lokalen Betrieben, lernen bestehende Strukturen kennen und bringen eigene Methoden ein, um Routinen zu hinterfragen und neue Perspektiven zu eröffnen.

Als Teil eines Forschungsprojekts leisten die Resident*innen zudem einen Beitrag zur gemeinsamen Wissensproduktion – etwa durch dokumentierende Formate wie Tagebücher oder Reflexionen ihrer Arbeit vor Ort. So entsteht ein wachsendes Verständnis davon, welche Rolle künstlerische und kreative Ansätze in Transformationsprozessen spielen können.

Begleitet wird die Residenz durch Austauschformate, Vernetzung und eine aktive Einbindung in die lokale Gemeinschaft. Ziel ist es, nicht nur temporäre Projekte zu ermöglichen, sondern nachhaltige Verbindungen zwischen Menschen, Ideen und Orten entstehen zu lassen.

Eckdaten

Zeitraum

August 2027

Fokus

Zirkuläres Wirtschaften & kreative Praxis

Zielgruppen

Kreative

Vorgehen

Arbeit vor Ort in Kooperation mit lokalen Betrieben und Akteur*innen

Begleitung

Einbindung in lokale Netzwerke,

Ziel

Entwicklung neuer Impulse für zirkuläres Wirtschaften

Die Region

Die Stadt Lübz liegt im ländlichen Mecklenburg-Vorpommern und ist geprägt von einer vielfältigen Kleinstadtstruktur: Neben den lokalen Innenstadtunternehmen gibt es ein bereits ansässiges künstlerisch tätiges Ökosystem und einige Betrieben und Organisationen mit Nachhaltigkeitsfokus. Das Umland ist eher landwirtschaftlich geprägt, aber es gibt auch einige größere industrielle und handwerkliche Betriebe. Diese besondere Konstellation bietet ein vielfältiges Umfeld für experimentelle Ansätze zwischen Produktion, Alltag und regionaler Entwicklung. Insgesamt 40 Leerstände bieten FreiRaum für Ideen.

Im Zentrum des Programms steht die Frage, wie sich lokale Ressourcen, bestehende Wirtschaftsstrukturen und zirkuläre Denkweisen miteinander verbinden lassen. Dabei spielt insbesondere das Thema Kreislaufwirtschaft eine zentrale Rolle – sowohl im Kontext von Unternehmen und Gewerbe als auch im Umgang mit vorhandenen Materialien, Gebäuden und Infrastrukturen.

Hintergrund

Im Herzen der Stadt Lübz befindet sich das Kunsthaus Lübz -  Zentrum für Zirkuläre Kunst (ZZK), das als wichtiger inhaltlicher und räumlicher Ausgangspunkt des Programms dient. Der Fokus liegt hier auf Upcycling Art, Nachhaltigkeit und künstlerischen Auseinandersetzungen mit den Herausforderungen des Klimawandels.

Wesentliche Impulse für die Entwicklung des Hauses wurden durch die Upcycling-Künstlerin Julia Theek gesetzt, die den besonderen Charakter des Gebäudes maßgeblich geprägt hat. Als ehemaliges Kaufmannshaus wurde der Ort in einen offenen Kultur- und Arbeitsraum transformiert und bietet heute vielfältige Nutzungsmöglichkeiten für künstlerisches Arbeiten und Austausch.

Das Gebäude umfasst insgesamt zehn Ateliers, eine Produzentengalerie im Erdgeschoss sowie einen Innenhof, der als zusätzlicher gemeinschaftlicher Raum genutzt werden kann. Damit bildet das Haus eine lebendige Struktur für Produktion, Präsentation und Begegnung.

Eine besondere Qualität des Ortes liegt im Erhalt der originalen Kachelöfen, die in einigen Räumen weiterhin genutzt werden können und eine alternative, ressourcenschonende Heizform darstellen. Diese Verbindung aus historischer Bausubstanz, kreativer Umnutzung und nachhaltiger Infrastruktur macht das ZZK zu einem zentralen Ort für zirkuläre künstlerische Praxis und experimentelle Zusammenarbeit.

Betreiber

Stadt Lübz / Coopolis GmbH

Seit 2018 wird die Stadt Lübz durch die coopolis GmbH sowie Kreative MV in Fragen der Stadtentwicklung begleitet, unter anderem im Rahmen der Projekte FreiRaum MV und Citymanagement Lübz. In diesem Zeitraum wurden bereits verschiedene kreative Formate zur Innenstadtentwicklung sowie zur Belebung von Leerstand entwickelt und umgesetzt. Dadurch konnte sich ein stabiles Netzwerk aus lokalen Akteur*innen, Initiativen und innovativen Partnern etablieren, das heute die Grundlage für neue Entwicklungsimpulse bildet.

Besonders hervorzuheben ist die Positionierung der Stadt Lübz im Kontext zirkulärer Stadt- und Regionalentwicklung. Aus der Zusammenarbeit mit innovativen Akteuren der Region ist ein Netzwerk von Promotoren entstanden, das den Schwerpunkt „zirkuläres Wirtschaften“ gemeinsam weiterentwickelt und im Forschungsprojekt gezielt adressiert wird.

Diese Arbeit wurde auch international sichtbar: Im Rahmen der EXPO 2025 in Osaka / Japan stellte die Coopolis GmbH im Herbst 2025 nachhaltige Ansätze der Stadtentwicklung anhand des Beispiels der Stadt Lübz im deutschen Pavillon vor.

FAQ

Der Begriff „Artist“ wird bewusst weit verstanden. Eingeladen sind nicht nur klassische Künstler*innen, sondern auch Menschen aus den Bereichen Design, Architektur, Handwerk, Stadtplanung, Forschung oder anderen kreativen und experimentellen Praxisfeldern.

Nein. Entscheidend ist nicht der formale Hintergrund, sondern die Bereitschaft, mit kreativen und experimentellen Methoden zu arbeiten und sich aktiv in lokale Prozesse einzubringen.

Die Residency ist Teil des Forschungsprojekts „LandZeit Studie“. Von den Teilnehmenden wird erwartet, dass sie ihre Erfahrungen reflektieren und in geeigneter Form dokumentieren (z. B. in einem Tagebuch oder vergleichbaren Formaten).

Ja, im Rahmen des Programms werden Wohnmöglichkeiten in Lübz organisiert und zur Verfügung gestellt.

Die erste Residency ist für einen Zeitraum von etwa vier Wochen im August 2027 geplant.

Ansprechpartnerin

Stefanie Raab

Dipl.-Ing. Architektur, Gründerin und Geschäftsführerin

coopolis GmbH
Planungsbüro für kooperative Stadtentwicklung

Lenaustr. 12
12047 Berlin

Lilith Huber

B.A. Europäische Ethnologie &
geprüfte Kulturmanagerin (DAM)

coopolis GmbH
Planungsbüro für kooperative Stadtentwicklung

Lenaustr. 12
12047 Berlin